Interview mit Innovation Scout und Digital Accelerator Rainer Symanski zum Thema Digitale Transformation im Mittelstand

Düsseldorf/Gummersbach, 03.08.2015: Digitale Transformation ist in aller Munde. Sie wird grundlegende Veränderungen in allen wirtschaftlichen Branchen herbeiführen. Das muss gerade der Mittelstand ernst nehmen und neue Geschäftskonzepte entwickeln. Laut einer Studie von IMD und Cisco werden in den kommenden fünf Jahren im Durchschnitt vier der zehn umsatzstärksten Firmen jeder Branche durch digitale Transformation aus den Top Ten verdrängt. „Digital Accelerator“ sorgt Rainer Symanski dafür, dass seine Kunden genau an dieser Stelle mit diesen zukunftsweisenden Technologien ihr Business erfolgreich weiterführen können – und das schnell. Er ist der „Christoph Kolumbus der Startup-Welt“ oder der „Innovation-Scout für den Mittelstand“. Denn er versorgt mittelständische Unternehmen mit Ideen und neuen Produkten aus der digitalen Welt, damit sie in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Wirtschaftstelegraph: Welche Rolle spielt das Thema Innovation und digitale Transformation Ihrer Meinung nach für den Mittelstand?
Rainer Symanski: An digitaler Transformation kann kein bestehendes Unternehmen mehr vorbeidenken. Wer den Absprung jetzt nicht schafft, der wird in Zukunft nicht mehr bestehen können.

Wirtschaftstelegraph: In welcher Hinsicht hat es der Mittelstand schwerer als Großkonzerne, sich auf Forschungs- und Innovationsentwicklung zu konzentrieren?
Rainer Symanski: In mittelständischen Unternehmen liegt häufig ein Ressourcenproblem vor. Und eine große Portion Angst in den Vorständen vor dem Scheitern liegt ebenfalls vor. Man muss für Neuerungen Mut und Risikofreude mitbringen und auch mal wagen mit Ideen zu scheitern.

Wirtschaftstelegraph: Aber gerade die Risikoverteilung ist im Mittelstand oft das Problem, oder?
Rainer Symanski: Ja, da gebe ich ihnen Recht. Es ist natürlich auch ein großer Kostenfaktor, der hinter Innovationen und digitaler Transformation steckt. Die Budgetverteilung in mittelständischen Unternehmen sieht natürlich ganz anders als vergleichsweise in Großkonzernen aus, wo es teilweise Abteilungen für Innovation und Transformation gibt. Jedoch besteht die Möglichkeit sich den Rat von externen Spezialisten wie zum Beispiel mir einzuholen. Das Kostenrisiko bleibt dabei gering, der Zeit- und Ressourcenfaktor fällt ebenfalls zum großen Teil aus, denn ein Innovation-Scout bringt bereits Ideen und komplette Konzepte und Umstrukturierungsmaßnahmen mit in das Unternehmen und verkürzt damit die Zeit zwischen Findung, Neuorientierung und der letztendlichen Umsetzung.

Wirtschaftstelegraph: Wie können es mittelständische Unternehmen schaffen dauerhaft innovativ zu bleiben?
Rainer Symanski: Mittelständische Unternehmen können sich ein Beispiel von den Mittelständlern nehmen, die erst vor einigen Jahren entstanden sind und von Anfang an auf digitale Geschäftsmodelle gesetzt haben. Viele von ihnen setzten beim Aufbau ihrer Unternehmen auf viele, kleine und günstige Innovationen und Ideen und sind bewusst auch das Risiko des Scheiterns eingegangen. Diese Unternehmer gründeten mit dieser Taktik Firmen mit Hunderten Mitarbeitern.

Wirtschaftstelegraph: Warum scheitert Ihrer Meinung nach die digitale Transformation an den CEOs?
Rainer Symanski: Nicht jedes Management reagiert positiv auf die digitale Transformation. Es sind nicht nur Prozesse und bestehende Strukturen im Unternehmen, sondern häufig auch auch die CEOs, die sich der Situation nicht annehmen möchten oder können. Lediglich 25 Prozent der knapp tausend für die Studie befragten CEOs sagten, ihr Management reagiere positiv auf die digitale Transformation und stelle das eigene Geschäftsmodell neu auf.

Wirtschaftstelegraph: Woran liegt das, dass Top-Manager diesen wichtigen Schritt in Richtung neue Märkte nicht gehen?
Rainer Symanski: Es gibt genau drei Gründe hierfür. Zunächst einmal unterschätzen CEOs gerade in traditionellen, nicht-digitalen Unternehmen sehr häufig die Wirkung der Digitalisierung. Sie erkennen die Stärke und vor allem die Geschwindigkeit der Veränderungen durch Digitalisierung nicht. Kollegen aus der gleichen Branche besitzen häufig ebenfalls ähnlichen Hintergrund und dieselbe Fehleinschätzung der Situation auf dem Markt. Aktuell sind die Folgen der Transformation nicht groß, doch in Zukunft wird sich das schlagartig ändern, wenn es um Kundengewinnung aus der neuen Generation gehen wird. Der zweite Grund ist, dass CEOs sehr stark unter Druck stehen – ihr Arbeitsalltag ist durchgeplant. Sie müssen sich in jeglicher Hinsicht positionieren – vom Anteilseigner bis zu Mitarbeitern – da bleibt kaum Zeit und Kapazität übrig, um sich mit der digitalen Transformation zu befassen.

Wirtschaftstelegraph: Ist das dann der Punkt oder die Situation in der Sie eingreifen können?
Rainer Symanski: Ja genau hier kann ich eingreifen. Die Entwicklung einer digitalen Strategie ist sehr aufwendig.  Es müssen komplett neue Geschäftsmodellen eingeführt werden inklusive der Einbindung aller Stakeholder, die Aufzeichnung einer Roadmap, die Einführung neuer Angebote, Vertriebs- und Servicekanäle. Das alles muss hinzukommend intern umgesetzt werden. Hierfür benötigt man neuen interne Strukturen und Prozesse und auch diese müssen erdacht und umgesetzt werden. Diese Ressourcen fehlen im Alltagsgeschäft von Mittelständlern häufig.

Wirtschaftstelegraph: Und was ist der dritte Grund für das Scheitern?
Rainer Symanski: Der ist ganz einfach: CEOs scheuen den Veränderungsprozess. Wandel an sich ist häufig unbequem und auch sehr anstrengend. Gerade digitale Transformation betrifft nicht nur einzelne Bereiche im Unternehmen, sie umfasst es immer als Ganzes inklusive all ihrer Mitarbeiter. Und nicht alle Mitarbeiter befürworten solch einen massiven Wechsel im Unternehmen. Außerdem verschiebt sich oft die Bedeutung von Unternehmensbereichen und damit die einzelnen Abteilungsleiter und diese Veränderung, dass einige Bereiche wichtiger werden und andere wiederum an Bedeutung verlieren. Dies zu vermitteln ist nicht einfach. Zudem kostet es oft Überwindung bisher jüngeren Mitarbeitern aus digitalen Bereichen mehr Einfluss zu gewähren, da die Denkweise dieser oft noch fremd ist.

Wirtschaftstelegraph: Vielen Dank für das Interview, Herr Symanski.
Rainer Symanski: Gerne.

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